Europäisches Institut für interkul-
turelle und interreligiöse Forschung

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Dienstag, 16.03.2010
André Ritter, Nebeneinander oder miteinander vor dem Einen Gott?
	André Ritter, Nebeneinander oder miteinander vor dem Einen Gott? Die Frage des gemeinsamen Betens und Feierns von Juden, Christen und Muslimen umfasst weit mehr als eine bloße Repetition und Deskription gesprochener Texte und gesungener Lieder - es geht auch um eine "heilsame Erfahrung im Dialog", die wiederum auf Ganzheitlichkeit und Leiblichkeit theologischen Denkens und Redens hinweist. In den unterschiedlichsten Situationen, in denen Menschen verschiedener Konfession und Religion zum Beten und Feiern zusammentreffen, bekundet sich deutlich vernehmbar das Bedürfnis, mit dem eigenen Verständnis von Gottesdienst und Gebet die Nähe des Anderen zu suchen, ohne jedoch die eigene Identität dabei preisgeben zu müssen.

Was aber geschieht in diesen vielschichtigen Prozessen liturgischer und spiritueller Begegnung? Wie lässt sich die gegenseitige Bezugnahme verstehen und vermitteln? Sind es die ausgewählten Texte, persönliche Stimmungen oder darüber hinaus auch Erfahrungen der Nähe und Distanz, die in diesem Zusammenhang näher untersucht werden sollten?

Bereits die Sprache des Betens und Feierns verweist in aller gebotenen Differenziertheit auf einen recht komplexen Vorgang, der mit Hilfe der neueren Ritualforschung einer sorgfältigen Analyse zu unterziehen ist, bevor weitergehende theologische Überlegungen für die interkulturelle bzw. interreligiöse Praxis des gemeinsamen Betens und Feierns angestellt werden.

Der Autor

André Ritter, Dr. theol., ist Pfarrer der Evangelischen Kirche im Fürstentum Liechtenstein und Direktor des Europäischen Instituts für interkulturelle und interreligiöse Forschung.

Weitere Informationen finden Sie in diesem Flyer.
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